Als Privatkredit bezeichnet man einen Kredit der zu einem beliebigen privaten Zweck genutzt werden kann. Er wird oft verwechselt mit einem Kredit von Privat. Diese sind jedoch in der Regel deutlich teurer: Mehr dazu lesen Sie bitte hier.

Bei keinem Finanzprodukt verschenken Verbraucher so viel Geld wie beim Privatkredit. Kaum zu glauben: Die Preisunterschiede zwischen den zahlreichen Banken am Markt liegen bei 100% und mehr.

Privatkredit.com blickt hinter die wohlklingenden Werbeversprechen der Banken und geht beim Vergleich über den effektiven Jahreszins hinaus. Durch Berücksichtigung von Kriterien wie Bearbeitungsgebühren, Kündigungsrechte und Zusatzleistungen mit Mehrwert, wird die Kreditaufnahme garantiert nicht zum Boomerang.

Fallstricke und Nebelkerzen: Kostenfallen im Kleingedruckten

Beim Vergleich ist es wichtig auf einige Details im Vertrag zu achten.

Der Vergleich von Privatkrediten ist trotz strenger Verbraucherschutzrichtlinien nicht immer einfach. Banken werben häufig mit optisch niedrigen Zinssätzen, die aber nur in der Theorie gelten, weil utopische Anforderungen an die Bonität gestellt werden. Durchschnittliche Kreditnehmer können die Lockzinsen nicht einmal als groben Anhaltspunkt nutzen.

Bei Krediten mit bonitätsabhängiger Verzinsung ist für die meisten Verbraucher der repräsentative Zinssatz die wichtigste Größe.
Den meisten Interessenten ist dieser seit 2010 obligatorische Zinssatz unbekannt. Er muss – so sieht es das Gesetz vor – angeben, mit welchen Konditionen zwei Drittel der Kreditnehmer (die auch tatsächlich ein Kredit erhalten) rechnen können.

Privatkredite zur Autofinanzierung

Jeder Privatkredit kann zur Autofinanzierung genutzt werden. In der Regel sind Privatkredite sogar günstiger als spezielle Autokredite.

Der häufigste Grund für die Kreditaufnahme in Deutschland ist die Autofinanzierung. Leider beschränken sich viele Verbraucher bei der Suche nach einem günstigen Autokredit auf Darlehen, die explizit im Zusammenhang mit Autofinanzierung beworben werden.
Dabei kann jeder Privatkredit (da keine Zweckbindung vorgegeben ist) zur Autofinanzierung genutzt werden.

Privatkredite ohne Zweckbindung sind dabei meist die günstigere Alternative. Die Auswahl ist ungleich größer als die bei expliziten Autokrediten. Zudem müssen Kreditnehmer den Fahrzeugbrief nicht als Sicherheit hinterlegen. Die Sicherungsübereignung bringt in der Praxis immer zusätzlichen Aufwand und nur selten günstigere Konditionen mit sich.

Mehr Freiraum, weniger Zinskosten: Privatkredit zur Umschuldung

Durch die Umschuldung eines teuren Darlehens in einen günstigen Privatkredit kann viel gespart werden.

Das zweithäufigste Anliegen nach Fahrzeugfinanzierungen sind Umschuldungen. Ganz oben steht dabei der Ausgleich des Girokontos. Millionen Bankkunden in Deutschland rutschen regelmäßig in die roten Zahlen. Wer dort länger verweilt, zahlt horrende Zinsen an seine Bank. Mit einem Privatkredit kann das Konto umgehend ausgeglichen werden, bevor es zu Engpässen kommt.

Mit einer rechtzeitigen Umschuldung lässt sich nicht nur eine zugespitzte finanzielle Situation vermeiden. Leicht sind mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr möglich, wenn auf die chronische Überziehung des Girokontos verzichtet und stattdessen ein Privatkredit aufgenommen wird.
Umschuldungen kommen auch in Betracht, wenn sich mehrere offene Rechnungen angesammelt haben, die Ratenzahlungsfunktion der Kreditkarte genutzt wurde oder mehrere laufende Kredite zu einer Rate zusammengefasst werden sollen.

Grundschulddarlehen: Zinsgünstig und auch in schwierigen Fällen

Wird der Privatkredit mit einer Immobilie besichert, sind sehr günstige Zinsen möglich.

Immobilienbesitzern steht eine besonders günstige Variante des Privatkredits zur Verfügung. Mit Grundschulddarlehen kann eine bestehende Immobilie beliehen werden. Die Immobilie dient als Sicherheit für den Kredit, wie es auch bei Hypothekenkrediten der Fall ist. Im Unterschied dazu werden Grundschulddarlehen aber ohne Zweckbindung ausbezahlt.

Grundschulddarlehen eignen sich für Umschuldungen in größerem Rahmen und ebenso für größere Konsumanschaffungen. Die Zinsen sind ausgesprochen günstig, weil das Kreditausfallrisiko der Bank (durch die Besicherung mit der Immobilie) gering ist. Da die Immobilie als Sicherheit dient, sind Grundschulddarlehen auch bei negativen SCHUFA-Einträgen und sogar bei Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen.

Kredit ohne SCHUFA: Mehr als ein Mythos

Voraussetzung für die Kreditvergabe ist bei den meisten Banken eine saubere SCHUFA-Auskunft.

Auch wenn Privatkredite intensiv beworben werden, sind sie nicht für jedermann erhältlich. Voraussetzung für die Kreditvergabe ist bei allen Banken ein ausreichend hohes pfändbares Einkommen. (Fast) alle Banken setzen zudem eine positive Zahlungshistorie voraus. Damit ist eine einwandfreie SCHUFA-Auskunft gemeint.

Mehrere Millionen Bundesbürger erfüllen die zweite Voraussetzung nicht. Deutschlands größte Auskunftei, die SCHUFA, speichert Daten zu ca. 65 Millionen Verbrauchern. Etwa 8% davon weisen nicht nur positive Merkmale auf. Mit einem negativen SCHUFA-Eintrag ist die Kreditvergabe bei den meisten Banken kategorisch ausgeschlossen. Das gilt auch, wenn der Eintrag bereits erledigt ist.

In diesen Fällen kann ein Privatkredit ohne SCHUFA weiterhelfen. Solche Darlehen gibt es durchaus. Beträge von 3500 € oder 5000 € werden ohne Zweckbindung ausbezahlt und können genauso wie andere Ratenkredite zu Umschuldungen, Anschaffungen oder zum Ausgleich offener Rechnungen genutzt werden. Voraussetzung für einen SCHUFA-freien Kredit ist neben einem unbefristeten und nichtselbstständigen Arbeitsverhältnis ein pfändbares Einkommen in Höhe von ca. 1100 €. Die Konditionen sind nicht ganz so günstig wie bei Privatkrediten mit SCHUFA-Auskunft, fallen aber deutlich günstiger aus als es von den meisten Interessenten erwartet wird.

Privatkredit für Selbstständige: Banken werden einsichtig

Die Zahl der Selbständigen ist in Deutschland gestiegen. Privatkredite für Selbstständige sind heute durchaus erhältlich.

Selbstständige und Freiberufler erhalten bei vielen Banken generell keinen Kredit. Noch immer setzen viele Kreditinstitute ein Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis für die Kreditvergabe voraus. Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren aber entspannt. Zum einen sind Banken einsichtiger geworden, weil die einzige Sicherheit des Angestelltenverhältnisses längst nicht mehr so unantastbar ist wie einst.

Zum anderen ist die Zahl der Selbständigen in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Rund 4 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit einer selbstständigen Tätigkeit. Daraus erwächst ein nicht unbeträchtlicher Markt, dem sich Geld verdienen lässt. Deshalb sind Privatkredite für Selbstständige heute durchaus erhältlich.

Die Hürden auf dem Weg zum Kredit fallen je nach Bank unterschiedlich hoch aus. Der Knackpunkt ist in der Praxis die geforderte Anzahl von Steuerbescheiden, die als Einkommensnachweis dienen. Einige Banken geben sich mit einem Einkommensteuerbescheid zufrieden und ermöglichen die Kreditvergabe dadurch bereits im zweiten Jahr nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit.

Studenten und Arbeitslose gehen leer aus

Wer kein ausreichend hohes, pfändbares Einkommen vorweisen kann wird kategorisch ausgeschlossen.

Voraussetzung für die Kreditvergabe ist immer (!) ein ausreichend hohes Einkommen. Das gilt auch bei Krediten ohne SCHUFA und bei Krediten für Selbstständige.

Studenten und Arbeitslose erhalten deshalb in der Regel keinen Kredit. Studenten sind zwar nicht kategorisch ausgeschlossen – die wenigsten Studierenden beziehen allerdings ein monatliches Nettoeinkommen von mindestens 1100 € aus einer unbefristeten Nebentätigkeit.

Auch im Bezug von ALG I sind Kredite nicht per se unmöglich. Da die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes begrenzt ist, sind Privatkredite allerdings nur mit sehr kurzen Laufzeiten möglich.

Hartz IV Empfänger sind von der Kreditvergabe generell ausgeschlossen. Leider versuchen einige schwarze Schafe immer wieder, Menschen in finanziellen Notlagen mit dem Versprechen auf einen Kredit zu ködern. Hinter solchen Angeboten steht aber meistens nur die Absicht, durch Gebühren, Vorkosten oder den untergeschobenen Abschluss von unnötigen Versicherungs- und Finanzprodukten Geld auf dem Rücken anderer zu verdienen.

Restschuldversicherung: Umstritten, aber nicht überflüssig

Restschuldversicherungen werden von Verbraucherschützern häufig kritisiert.

Mehr als jeder vierte Privatkredit auf den deutschen Markt wird mittlerweile mit einer Restschuldversicherung kombiniert. Restschuldversicherungen zahlen die laufende Kreditrate weiter, falls der Kreditnehmer ohne eigenes Verschulden arbeitslos wird oder aufgrund von Krankheit das regelmäßige Einkommen wegfällt. Im Todesfall wird der Restsaldo abgelöst, um die Angehörigen des Kreditnehmers vor Überschuldung zu schützen.

Restschuldversicherungen werden von Verbraucherschützern häufig kritisiert. Der größte Kritikpunkt sind die hohen Kosten. Die Finanzierungskosten eines Privatkredits können sich mit Abschluss einer Versicherung leicht verdoppeln. Häufig sind die Versicherungsbedingungen zudem intransparent.

Dennoch sind Restschuldversicherungen nicht per se überflüssig oder schädlich. Da sie bei Eintritt des Versicherungsfalls sehr zügig Geld bereitstellen, können Sie im Ernstfall Schaden von der Bonität des Kreditnehmers abwenden. Wichtig sind transparente Kosten, faire Kündigungsbedingungen und unmissverständliche Versicherungsklauseln.